Die Straße der Deichgrafen – Ein Diamantenfund und seine Folgen
- Thursday 19 February 2026
- 7:00 pm - 9:00 pm
- Namibia Scientific Society, 110 Robert Mugave Ave., Windhoek, Namibia
Dokumentation
2003 • 45 Minuten • NDR • Kamera: Paul Tutsek • Ton: Istvan Szopko • Schnitt: Götz Ding
Der nordfriesische Ingenieur Sönke Nissen baut Anfang des 20. Jahrhunderts in der Kolonie "Deutsch-Südwest-Afrika" eine Eisenbahnlinie für die "Deutsche Schutztruppe", die gerade den Aufstand der eingeborenen Nama niederschlägt. Nach Fertigstellung der Bahntrasse findet ein farbiger Arbeiter einen Diamanten und löst damit den Diamantenboom in "Deutsch-Südwest" aus. Sönke Nissen sichert sich mehrere Claims und wird mit einer Minengesellschaft reich. Einen Teil seines Reichtums investiert Sönke Nissen dann in die Eindeichung eines Kooges in seiner alten Heimat Nordfriesland. Eine Dokumentation zwischen Namibia und Nordfriesland über eine Episode aus der kurzen Zeit des deutschen Kolonialismus.
Sönke Nissen (1870–1923) war ein deutscher Bauingenieur und Unternehmer, der insbesondere durch seine Tätigkeit im damaligen Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) wirtschaftlich erfolgreich wurde.
Nach einer technischen Ausbildung in Hamburg und ersten beruflichen Stationen im Eisenbahnbau in Deutschland sowie in Deutsch-Ostafrika wechselte Nissen im Dezember 1905 nach Deutsch-Südwestafrika. Dort übernahm er eine zentrale Rolle beim Bau der Lüderitzbahn, einer strategisch und wirtschaftlich bedeutenden Eisenbahnlinie. Unter seiner Leitung wurde zunächst der Abschnitt von Lüderitzbucht nach Kubub bereits 1906 fertiggestellt. Anschließend plante und begleitete er den Weiterbau bis Keetmanshoop, dessen Gesamtstrecke 1908 eröffnet wurde. Die Bahn war von großer Bedeutung für die infrastrukturelle Erschließung des südlichen Landesteils.
Im Zusammenhang mit dem Eisenbahnbau kam es in der Region Lüderitz zu bedeutenden Diamantfunden. Gemeinsam mit August Stauch und einem weiteren Partner sicherte sich Nissen die Schürfrechte an diesen Lagerstätten. Dadurch wurde er innerhalb kurzer Zeit mehrfacher Millionär. Er war Mitgründer der Kolonialen Bergbau-Gesellschaft, die maßgeblich am frühen Diamantenabbau in Namibia beteiligt war. Sein Vermögen basierte somit wesentlich auf der kolonialen Rohstoffausbeutung in Deutsch-Südwestafrika.
1909 kehrte Nissen nach Deutschland zurück und investierte dort unter anderem in ein Gut bei Hamburg sowie in Projekte in seiner nordfriesischen Heimat. Sein wirtschaftlicher Aufstieg und sein Reichtum stehen jedoch in direktem Zusammenhang mit seiner Tätigkeit in Namibia, insbesondere mit dem Eisenbahnbau und dem Beginn des industriellen Diamantenabbaus in der Region Lüderitz.
Bitte beachten: Die während der Vorträge, Veranstaltungen und Filmvorführungen geäußerten Ansichten stellen nicht unbedingt die Meinung der Namibia Scientific Society dar.

